Datenräume erfolgreich skalieren – Herausforderungen und Perspektiven
Shownotes
In dieser Folge spricht Nicole Grieger von der Universität Paderborn mit Ulrich Ahle, dem CEO von Gaia-X, über die Skalierbarkeit von Datenräumen und die Voraussetzungen für einen erfolgreichen, souveränen Datenaustausch. Gemeinsam beleuchten sie, welche technischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Herausforderungen einer breiten Umsetzung derzeit noch im Weg stehen und welche Erkenntnisse aus dem Workshop zur Skalierbarkeit von Datenräumen im Rahmen des Mobilitätssymposiums des Software Innovation Campus Paderborn gewonnen wurden. Hören Sie rein, wenn Sie erfahren möchten, welche Schritte Unternehmen heute gehen sollten, um das Potenzial von Datenräumen erfolgreich zu nutzen und ihre Skalierung aktiv mitzugestalten.
Weitere Informationen unter: https://diserhub.de/skalierbarkeit-von-datenraeumen/ Nicole Grieger: https://www.linkedin.com/in/nicole-grieger-404a881b5/ Ulrich Ahle: https://www.linkedin.com/in/ulrichahle/
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00:00:05: Herzlich willkommen bei dieser Hub Connections, dem Podcast rund um digitale Services in der Automobilindustrie.
00:00:12: Mein Name ist Nicole Grieger und ich bin an der Universität Paderborn für den Hub Nord tätig im Rahmen des Projekts und arbeite selbst im Bereich erklärbarer künstlicher Intelligenz.
00:00:23: In der heutigen Folge wird es um die Skalierbarkeit von Datenräumen gehen und mir gegenüber sitzt ein Experte auf dem Gebiet Herr Ahle, der CEO von Gaia X. Stell sie sich doch bitte einmal selbst vor!
00:00:35: Ja, sehr gerne.
00:00:36: Ulrich Ahle wie gesagt mein Name.
00:00:38: ich leite jetzt seit zweieinhalb Jahren die GAIA X-Organisation mit Sitz in Brüssel bin von Haus aus eigentlich Werkzeugmacher dann Maschinenbaustudiert habe viele Jahre in der IT gearbeitet in der Digitalisierung auch im Bereich Industrie vier Punkt Null und leite nun wie gesagt die GAia X Organisation.
00:00:58: ja sehr schön vielen Dank.
00:01:00: genau einfach mal direkt schon mal thematisch einzusteigen.
00:01:03: Daten gelten ja oft als der Rohstoff der Zukunft, aber gleichzeitig sehen wir auch dass gerade der Austausch und teilweise die gemeinsame Nutzung in der Praxis noch gar nicht unbedingt so einfach funktionieren.
00:01:16: Und genau darüber haben wir auch in unserem Workshop zur Skalierbarkeit von Datenräumen im Rahmen des Mobilitäts-Symposiums das Software Innovation Campus Paderborn intensiv diskutiert.
00:01:27: bevor wir näher auf die Ergebnisse unseres Workshops eingehen Können wir vielleicht einmal kurz die Zuhörerinnen und Zuhörer gemeinsam abholen, denn der Begriff Datenraum wird inzwischen schon ziemlich häufig verwendet aber nicht unbedingt immer ganz einheitlich verwendelt und verstanden.
00:01:45: Deswegen würde mich da einmal zum Einstieg interessieren wenn man das mit klassischen Datenplattform oder auch traditionellen Lieferketten vergleicht wo genau liegt dafür sie der zentrale Unterschied?
00:01:58: Ja, vielleicht fange ich einmal so an dass Unternehmen entlang der Lieferkette vor vielleicht vierzig Jahren begonnen haben Daten auszutauschen, elektronisch starten Haus zu tauschen.
00:02:09: EDI war das Instrument der Wahl damals und ist es bei vielen heute noch Electronic Data Interchange eine eins-zu-eins Verbindung zwischen zwei unterschiedlichen Beteiligten.
00:02:20: Und dann haben wir die letzten zwanzig Jahre an der Realisierung von digitalen Plattform gearbeitet, IoT-Plattform.
00:02:27: Bei denen es zum Teil sehr aufwendig ist, Beteiligte an diese Plattform anzubinden.
00:02:33: daher eher der Ansatz einige mit einigen zu verbinden auch wenn das Tausende sind.
00:02:39: und beim Datenraumansatz geht es jetzt darum viele mit vielen zu verbünden Millionen mit Millionen zu verbunden und allen Beteiligten eines digitalen Ecosystems die Möglichkeit zu geben, sich einmalig an diesen Datenraum anzubinden.
00:02:55: Und dann mit allen relevanten Partnern in einer vertrauensvollen Art und Weise Daten austauschen zu können.
00:03:02: Wenn wir in der automobilen Lieferkette bleiben heißt das vom Rohmaterialhersteller über den Lieferanten der vierten, dritten und zweiten ersten Stufe den First Tier Supplier bis hin zum Automobilhersteller brauchen sich die Partner nur einmalig anbinden.
00:03:22: Das geht heute noch nicht aber in der Zukunft idealerweise sogar automatisiert ohne großen Anbindungsaufwand und dann in einer vertrauensvollen Art und Weise Daten mit ihren Partnern teilen.
00:03:36: Daran
00:03:36: anschließend, was würden Sie sagen?
00:03:38: Warum ist das Thema gerade jetzt so relevant geworden im Moment.
00:03:42: Ja es gibt ich glaube zwei wesentliche Beweggründe.
00:03:45: einmal verteilt sich die Wertschöpfung immer mehr auf unterschiedliche mehrere Firmen sodass es immer wichtiger wird Daten untereinander auszutauschen.
00:03:56: Geschäftskritische Prozesse werden zunehmend mehr durch Daten unterstützt und da ist es eben wichtig auf diese Daten in einer vertrauensvollen Art und Weise zugreifen zu können.
00:04:07: Es reicht nicht mehr aus, seine eigenen Daten im Unternehmen im Rechenzentrum im Keller zu verarbeiten das mit einer schönen Firewall zu schützen sondern es geht darum letztendlich Daten auch mit anderen auszutauschen.
00:04:22: ich glaube dass ist der wesentliche Treiber.
00:04:24: Der zweite Grund ist, dass das Bewusstsein für das Thema digitale Souveränität zunehmend stärker wird.
00:04:32: Also die Fähigkeit, Daten mit anderen zu teilen aber gleichzeitig in der Kontrolle über seine eigenen Daten zu bleiben.
00:04:41: Ja dann vielen Dank für ihre Einordnung!
00:04:44: Wir haben das Thema ja wie gesagt kürzlich auch im Workshop im Rahmen des Mobilitäts-Symposiums hier in Paderborn diskutiert gemeinsam mit verschiedensten Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie und Forschung Und dabei wurde recht schnell klar, dass die technischen Grundlagen da auf jeden Fall schon da sind.
00:05:02: Aber das ist dennoch in der Praxis gewisse Hürden gibt was die Skalierbarkeit von Datenräumen betrifft und wir haben das Ganze dann in drei zentrale Themenfelder gegliedert.
00:05:14: vielleicht gehen wir diese drei Themenfelde einfach einmal gemeinsam durch.
00:05:18: Der erste große Punkt war tatsächlich diese technische Seite.
00:05:22: obwohl es ja mittlerweile auch die verschiedene oder ja Referenzarchitekturen gibt, wird die Umsetzung in der Praxis oft schon noch als recht komplex wahrgenommen.
00:05:34: Und da wäre jetzt meine Frage vielleicht können Sie uns also ein bisschen mitnehmen wo diese Komplexitäten ganz konkret aktuell entstehen?
00:05:43: Ja das habe ich eben schon mal ganz kurz angerissen.
00:05:46: Die Anbindung an einen solchen Datenraum funktioniert heute vollautomatisiert, das heißt ich muss weiterhin oder muss aktuell noch manuell eingreifen.
00:05:59: Die Referenzarchitekturen sind klar die Bausteine die diese Architektur auffüllen sind klar und die meisten dieser Bausteinen sind auch durch Software in der Regel ist es sogar Open Source Software hinterlegt und instantiiert.
00:06:16: aber die Automatisierung dass sich also einen beteiligten automatisch identifizieren und auch automatisch autorisieren kann.
00:06:27: Das sind zwei Themen, wo wir noch weiter arbeiten müssen damit das Onboarding von neuen Beteiligten an solche Datenräume noch besser funktioniert.
00:06:38: Onboarding heißt dann aber auch Integration in die IT-Systemlandschaften auf der Seite.
00:06:47: Die Daten kommen ja aus unterschiedlichsten Systemen bei den Endanwendern, müssen in unterschiedlichen Systemen weiterverarbeitet werden wenn ich Daten empfange und das hat heute schon noch einen gewissen Aufwand.
00:07:02: Den wir uns aber mit der Zielsetzung viele mit vielen zu verbinden, Millionen mit Millionen zu verbunden nur noch begrenzt leisten können.
00:07:11: denn wir müssen dahin kommen dass dieses Onboarding wirklich ohne manuelles Interagieren funktioniert in der Zukunft.
00:07:20: Wenn wir mal noch auf dieser technischen Ebene bleiben, war noch ein weiteres Thema das tatsächlich auch mehrfach aufgekommen ist bei uns im Workshop die Frage nach der Echtzeitfähigkeit.
00:07:29: also gerade wenn es irgendwie um das Teilen auswerten oder nutzen von Echtzeittaten geht wie weit sind wir da aktuell und was wird da gegebenenfalls noch fehlen?
00:07:41: wirklich da auch skalierbare Lösungen zu erreichen.
00:07:44: Gut, hier kommt es sehr stark darauf an zu definieren wie hoch sind meine Echtzeitanforderung?
00:07:50: Wirklich brauche ich es für die konkrete Maschinensteuerung, brauche ist um in der Automobilindustrie aber auf der Anwendungsseite zu bleiben beim autonomen Fahren zum Beispiel und da sind was voll Echtzeitanforderungen angeht sicherlich auch noch Schritte zu gehen.
00:08:07: Da ist es dann häufig erforderlich die Systeme auch zu verteilen auf zentrale Rechenzentren, aber dann auch auf Edge-Rechenzentre um die Latentszeiten auch zu reduzieren.
00:08:19: Denn wir sprechen ja immer über Cloud Anwendungen und da habe ich gewisse Übertragungszeiten bei Auch wenn wir über kleine Millisekunden Bereiche sprechen.
00:08:28: Aber da kommt es drauf an wirklich wie die konkreten Anforderungen sind.
00:08:33: Performance das Thema haben wir, wenn ich mir die real laufenden Datenraumprojekte anschaue eigentlich nicht.
00:08:41: Also Performance Probleme gibt
00:08:42: es da nicht.
00:08:43: Ja alles klar.
00:08:45: Neben dieser technischen Perspektive kam auch noch die wirtschaftliche Perspektiven auf und da wurde es fast noch spannender in den Diskussionen Weil sich da viele gefragt haben, okay der Aufwand ist da auch die Infrastruktur entsteht bereits.
00:08:59: Aber ist er konkrete Nutzen eigentlich schon klar genug?
00:09:02: Ist er schon präzise genug?
00:09:04: Wer profitiert dann tatsächlich vom Datenaustausch?
00:09:08: Auch das lässt sich pauschal schwer beantworten denn das muss man sich im Einzelfall anschauen.
00:09:13: aber allein wenn man sich vor Augen hält dass zum Beispiel System Integrationsaufwand deutlich reduziert wird, weil ich mich nur einmal an solchen Datenraum anbinden muss und nicht Schnittstellen zu unterschiedlichsten Partnern aufbauen und dann auch pflegen muss.
00:09:32: Merkt man das auf der systemtechnischen Seite hier es zur Kostenreduzierung kommt Wenn wir uns regulatorische Anforderungen anschauen zum Beispiel das Thema digitaler Produktpass am achtzehnten Februar nächsten Jahres mit dem Batteriepass erst malig zwingend erforderlich wird, wenn jemand neue größere Batterien also größer als zwei Kilowattstunden in der EU im Verkehr bringt.
00:10:01: Und wie man sich hier vor Augen hält das um den Batterie-Pass abzubilden in Summe entlang des gesamten Lebenszykluses der Batterie.
00:10:10: Einhundert und acht Datenpunkte abzugreifen sind die von unterschiedlichen Partnern aus unterschiedlichen Systemen bedient werden müssen.
00:10:19: Dann sieht man recht schnell, dass Datenräume hier ganz deutliche Vorteile bieten weil es viel einfacher ist diese Daten zu ermitteln und dann auch für den Batteriepass verfügbar zu
00:10:32: machen.
00:10:33: Mit diesem Batteriepass haben wir auch schon einen überzeugenden Business Case, den Sie da gerade beschrieben haben.
00:10:39: Vielleicht daran anschließend wie schafft man es denn das?
00:10:42: auch alle Beteiligten diesen Mehrwert sehen und nicht unbedingt nur einzelne Akteure?
00:10:48: Auch das kommt wieder auf der Newcase an!
00:10:50: Wir sind ja bei der Automobilindustrie bleiben seit Jahrzehnten eigentlich daran gewöhnt, dass die Automobilhersteller die Systemarchitekturen entwickeln definieren da auch an der Spitze der technologischen Entwicklung sind.
00:11:06: Aber diese Ergebnisse dann häufig auch an ihre Partner in der Lieferkette weitergeben sie letztendlich zwingen das anzuwenden was von den Automobil herstellern bereitgestellt und als System Architektur definiert wird.
00:11:22: Das sind Ökosysteme wo es eben einige wenige große Partner gibt, die dann die Nutzung vorgeben.
00:11:29: Wenn wir uns aber fragmentiertere Ökosysteme anschauen... Ich nehme mal das Beispiel aus der Landwirtschaft zum Beispiel.
00:11:35: Da gibt es mittlerweile in Belgien einen sehr gut funktionierenden Datenraum für die Landwirtschaft.
00:11:43: Das sind mittlerweile über viertausend Landwirte zusammen und da gibt es nicht den einen großen Beteiligten im Ökosesystem sondern das sind viele kleine die das wirklich aufgrund der Erkenntnis, dass Datenräume ihnen Vorteile bringen.
00:11:59: Wirtschaftliche Vorteile bringen, dass Landwirte besser ihre Berichte erstellen können, dass landwirte die Produktivität ihrer landwirtschaftlichen Betriebe erhöhen können zum Beispiel dadurch, dass sie viel einfacher auf Satellitendaten zurückgreifen können darüber die Produktivity ihrer Flächen optimieren können entsprechend der Bodenqualitäten, entsprechend der Erträge an den einzelnen Geokordinaten optimiert Dünger ausbringen können.
00:12:30: Also nicht für den gesamten Acker die gleiche Menge Düngers, sondern je nach Bodenqualität, die auf dem Acker durchaus unterschiedlich sein können dann auch unterschiedliche Mengen an Düngern ausbringen und da werden solche Vorteile von Datenraumprojekten sehr schnell greifbar und eben auch für alle Beteiligten in diesem Datenraum spürbar.
00:12:54: Okay, dann der dritte Themenblock im Workshop ging stärker Richtung Governance und Vertrauen zwei Themen die auch gerade bei so einem offenen vernetzten System entscheidend sind.
00:13:07: Und auch wenn Datenräume ja eigentlich genau darauf abzielen diesen souveränen Datenaustausch zu ermöglichen bleibt also da bleibt trotzdem noch eine gewisse Unsicherheit.
00:13:16: auf jeden Fall ist das was wir ein bisschen in diesem Workshop rausgehört haben.
00:13:20: Da wäre jetzt die Frage, was braucht es da vielleicht noch damit Unternehmen wirklich vertrauen in solche Datenökosysteme entwickeln?
00:13:27: Auch insbesondere vielleicht auch die kleinen Mittelständler.
00:13:31: Ja das ist etwas, was auf der letzten Hannover-Messe sehr deutlich wurde dass zunächst mal das Wissen über die Potenziale von Datenräumen heute vielfach bei den größeren Unternehmen vorhanden ist, die sich mit den Themen auseinandersetzen die die Potenziale erkannt haben und das Ganze umsetzen, dass wir damit aber längst noch nicht alle kleinen- und mittelständischen Unternehmen erreicht haben.
00:13:59: Und da geht es sehr viel darum Bewusstsein zu schaffen zunächst mal überhaupt über die Funktionalitäten, aber auch über die Vorteile solcher Datenräume zu informieren.
00:14:11: Und da macht es sehr viel Sinn und das haben auch andere Technologieentwicklungen gezeigt, dass es hilfreich ist mit positiven Beispielen voranzugehen und darüber den Nutzen dieser Technologien dann auch im Mittelstand verfügbar zu machen.
00:14:27: Ein Mittelstand der sich häufig keine großen IT-Abteilungen leisten kann – jetzt sieht wieder das was wir eben schon besprochen haben dass es noch einfacher werden muss, auch für den Mittelstand sich in solchen Datenraum-Ekosystemen zu beteiligen.
00:14:44: Sich dort anzubinden.
00:14:46: Aber das wird nur dann funktionieren wenn der Nutzen erkannt worden ist und der Nutze drückt sich eben sehr häufig über die Business Cases, über die wirtschaftlichen Vorteile, die man damit erzielt aus.
00:14:59: Können Sie vielleicht nochmal ein Beispiel geben?
00:15:03: weiteren Business Case, jetzt gerade wenn wir irgendwie nochmal auf diese kleinen und mittelständischen Unternehmen schauen weil gerade aus dem Raum kamen viele von den Hürden die wir jetzt vorhin schon besprochen haben.
00:15:15: Ja ich nehme ein anderes Beispiel als die Automobilindustrie.
00:15:21: es gibt in Frankreich einem Projekt das heißt DKX wird aufgebaut für die Luftfahrtindustrie mit auch wieder einem großen Partner Airbus.
00:15:29: aber hier ist es so in der Luftfahrtsindustrie.
00:15:32: Das Airbus hat in Summe ca.
00:15:35: zehntausend Partner, die alle an diesem Datenraum angebunden werden sollen und mehr als neunzig Prozent dieser Partner sind kleine und mittelständische Unternehmen – spezialisierte Unternehmen, die die Luftfahrtindustrie adressieren und beteiligen und bedienen.
00:15:52: Und über diesen Datenraum wird es denen ermöglicht werden einfacher ihre Aufträge zu bekommen, einfacher Aufträge abzuwickeln.
00:16:02: und wie wir eingangs schon besprochen haben, mehr und mehr Prozesse laufen Daten getrieben.
00:16:10: Und da ist es wichtig diese Daten verfügbar zu haben, Daten mit anderen zu teilen und trotz des Teilens in der Kontrolle über die Daten zu bleiben.
00:16:20: Das ist eben ganz besonders wichtig dieses Grundmechanismen zunächst zu verstehen und neben den reinen betriebswirtschaftlichen Vorteilen auch die organisatorischen Vorteile solcher Datenräume zu erkennen.
00:16:35: Das heißt, wenn wir das jetzt einmal alles so ein bisschen zusammennehmen und so ein kleines Zwischenfazit ziehen wollen würden können wir ja glaube ich gut festhalten dass die Grundlagen auf jeden Fall schon geschaffen sind.
00:16:47: Das gegebenenfalls an der einen oder anderen Stelle vielleicht noch der Durchbruch fehlt.
00:16:50: also um jetzt einfach nochmal so den Blick nach vorne zu richten Was würden Sie sagen, sind da noch mal so die wichtigsten Hebel ganz konkret um Datenräume wirklich in die Skalierung zu bringen jetzt bei uns in Deutschland?
00:17:04: Für die Skaliere ist aus meiner Sicht das Bewusstsein über die Funktionalität und den Nutzen das Allerwichtigste.
00:17:13: Wenn ich das verstanden habe.
00:17:14: wenn Unternehmensführungsebene, das gilt für große Unternehmen genauso wie für den Mittelstand.
00:17:22: Für kleine Unternehmen wenn ich das verstanden habe die Potenziale identifiziert habe dann sind die restlichen Aktivitäten Folgeaktivitäten die dann kommen.
00:17:32: also es ist wirklich die Bewusstseinschaffung der Wandel auf der Kulturredelebene auch steht im Vordergrund und nicht so sehr die technischen Fragestellungen die im Wesentlichen mittlerweile gelöst
00:17:44: sind.
00:17:46: Würden Sie da sagen, dass diese Aufgabe also wirklich den Nutzen davon zu vermitteln?
00:17:52: Die Funktionalitäten zu vermittelern die Unternehmen.
00:17:55: Also inwiefern wird das vielleicht gerade schon gemacht oder ist es dann auch Aufgabe der Unternehmen selbst sich das quasi dann einzuholende Information oder wie läuft das da ab?
00:18:04: Ja dafür sind eine ganze Reihe von Aktivitäten erforderlich aber auch in Umsetzung befindlich.
00:18:11: Das beginnt bei den Ministerien die ja viel Geld auch in der Entwicklung dieser Technologien investiert haben, weil sie darin Chancen sehen.
00:18:23: Die Wettbewerbsfähigkeit auch gerade europäischer Unternehmen weiter voranzutreiben.
00:18:30: das ist aber auch eine Aufgabe der sich Organisationen wie GAIAX oder die IDSA oder ähnliche Organisationen der VDMA und ähnliches gestellt sehen um hier ihren Ökosystem, ihren Mitgliedsunternehmen diese Potenziale erkennbar zu machen und ihnen zu helfen sie dann auch zu identifizieren.
00:18:52: Wir sind hier in einer ähnlichen Phase wie wir vor ich würde sagen zehn Jahren beim Thema Industrie vier Punkt Null waren wo es ja um die Digitalisierung der gerade der Fertigungsunternehmen ging zunächst sehr stark innerhalb der Unternehmensgrenzen aber dann auch über die Unternehmensgrenzen hinweg und mit den Datenräumen schaffen wir eine Möglichkeit und Funktionalität, um diese Digitalisierung auf die nächste Stufe zu heben.
00:19:23: Das heißt es ist vielleicht gar nicht immer nur die Frage der Technologie sondern das geht auch viel um Zusammenarbeit und gemeinsame Standards, um das Ganze nochmal nach vorne zu bringen und die Skalierung anzutreiben?
00:19:34: Ja, das ist ganz wichtig.
00:19:37: Das Thema Interoperabilität ist hier sehr wichtig und wir unterscheiden hier vier Ebenen.
00:19:43: Die untersten beiden sind die technische Interoperability, also welche Schnittstellen verwenden wir zum Beispiel um Daten auszutauschen?
00:19:52: Die zweite Ebene ist die sementische Inter-operabilitet das wir einheitliche Datenmodelle verwenden dass wir über die gleichen Themen sprechen, dass wir uns verstehen untereinander.
00:20:06: ist dann die organisatorische Interoperabilität, dass wir uns Regeln geben nachdem dieser Datenaustausch funktioniert.
00:20:16: Regeln, die wiederum automatisch und IT-mäßig umsetzbar sind.
00:20:22: Und die oberste und vierte Ebene ist die rechtliche Ebene – die rechtlichen Interoperabelität wo wir zumindest innerhalb Europas den Vorteil haben Ganz einfach mit, dass wir durch Rahmengesetzgebung der EU diesen Rahmen gegeben haben.
00:20:42: Durch den Data Act und ähnliche Acts die uns hier den Rahmen geben.
00:20:49: Wenn wir da nochmal weiter in die Zukunft schauen weil sich ja auch einfach da gerade XT Rehm viel bewegt in diesem Bereich?
00:20:56: Und jetzt mal überlegen was ist in fünf Jahren also wie etabliert werden Datenräume da sein in fünf?
00:21:05: Also es ist in der heutigen Zeit sicherlich sehr schwer, fünf Jahre nach vorne zu schauen.
00:21:10: Aber ich habe das eben mit Industrievier Null verglichen.
00:21:15: Ich glaube wir können sagen dass IndustrieVierNull heute durchweg verstanden ist bei vielen umgesetzt ist.
00:21:23: Sicherlich noch nicht bei allen.
00:21:24: Es hat noch nicht jeden Mittelständler erreicht, noch nicht jedes kleine Unternehmen erreicht.
00:21:30: aber die was wir auch feststellen müssen Technologischen Entwicklungen werden immer schneller, auch die Implementierungen werden immer schneller und wir werden mit dem Thema Datenraum in fünf Jahren dort sein wo wir heute mit dem thema Industrie fournull sind.
00:21:48: Das ist also von vielen verstanden ist ich glaube das hatten mal eben die Bewusstseinsbildung ist der erste und wichtigste Schritt und dass es auch in der Breite implementiert ist und im operativen Geschäft genutzt wird.
00:22:04: Und würden Sie da eher wenige große Ökosysteme dann sehen in der Zukunft oder eher viele spezialisierte Datenräume?
00:22:12: Es wird nicht nur wenige Große geben.
00:22:15: Das ist relativ klar, es wird viele Spezialisierte geben.
00:22:22: Wichtig ist aber dass es zwischen diesen Datenräumen eine gewisse Interoperabilität gibt, das diese Datenräumer nicht als Datensilos gebaut werden.
00:22:32: Stellen Sie sich vor wir haben Nämlich mal eine andere Domäne, die Domänesmart-Cities in der auch Datenräume entstehen.
00:22:41: Wenn es dann einen Smart City Data Space gibt, der nicht mit einem Smart Energy Data Space, mit einem Mobility Data Space kommunizieren kann, dann haben wir was falsch gemacht und dafür sind wir aufgestellt als GAIA X aber auch unsere Partner.
00:22:57: ich habe IDSA eben erwähnt.
00:22:59: Es gibt von der Europäischen Kommission ein Projekt, das heißt Dataspacesupportcenter.
00:23:06: Dass man Daten erhalten hat von der EU die Mechanismen für die Interoperabilität solcher Datenräume zu entwickeln und dafür auch Mechanismens bereitzustellen.
00:23:19: Und letztendlich fließt auch die Frage der Standardisierung mit ein.
00:23:24: Auch hier sind wir aktiv sowohl auf der europäischen Ebene, auf Senn-Sennelec EZI – das sind so die drei Standardisierungsorganisationen auf europäischer Ebene, aber auch auf Iso-Ebene damit wir diese Themen die zum Teil heute schon de facto Standard sind.
00:23:43: Auch in formale offizielle Standards überführen.
00:23:47: Zum Abschluss vielleicht nochmal eine ganz praktische Perspektive da viele unserer Zuhörerinnen und Zuhöre ja vor der Frage stehen wie sie sich dem Thema konkret nähern können sollen?
00:23:59: Was wäre da vielleicht ein Erster sinnvoller Schritt für Unternehmen, die sich mit Datenräumen beschäftigen wollen.
00:24:04: Also jetzt vielleicht auch neben dieser Schaffung des Bewusstseins für den Nutzen und so weiter – was ist da nochmal eine Sache?
00:24:11: Die Entscheidenden heute schon tun sollten oder können?
00:24:16: Ja wir eben angesprochen, die technischen Funktionalitäten sind da.
00:24:22: Wir differenzieren hier und haben zwei Begrifflichkeiten geprägt, die Season One also die Saison eins von Datenräume der letzten fünf bis, wenn wir weit zurückgehen vielleicht sogar zehn Jahre wo die übergreifende Architektur definiert worden ist.
00:24:39: Wo die Bausteine die diese Architektorfüllen bereitgestellt wurden sind.
00:24:43: Wo es eine ganze Reihe von Experimentierungsprojekten gab Forschungs- und Entwicklungsprojekte.
00:24:51: das bezeichnen wir als Season One.
00:24:53: uns sind jetzt eingetreten in die Season Two.
00:24:56: da geht es nicht mehr so sehr darum neue Dinge zu entwickeln, sondern es geht darum bestehende Technologie anzuwenden in die Marktanwendung zu bringen.
00:25:07: Denn nur operativ laufende Datenräume, die wirklich Benutzer haben sind in der Lage Vorteile für die Unternehmen, Vorteile, für die jeweiligen beteiligten Länder auch zu generieren.
00:25:24: und meine Empfehlung ist wirklich zum Schritt zu gehen praktische Erfahrungen selbst zu sammeln, den Nutzen von Datenräumen selbst zu erfahren und dann auch um uns zu helfen über diesen Nutzen zu berichten.
00:25:40: Das ist häufig sehr schwierig wenn man versucht solche Use Cases aufzubereiten insbesondere dann wenn es auch die Zielsetzung ist quantifizierbare Nutzen einerseits zu ermitteln aber dann auch mit anderen zu teilen.
00:25:57: Dann wird es häufig anspruchsvoll diesen Schritt zu gehen und hierfür dann auch Partner zu gewinnen.
00:26:06: Sie haben gerade das aktuelle Stadium ja nochmal angesprochen, dass wir uns jetzt gerade in den Season Two befinden.
00:26:12: was mich da noch mal interessieren würde gibt's da irgendwie ein Zeitraum oder einen Rahmen mit dem also wie lange man in den season two verwallen wird?
00:26:22: Und vielleicht auch noch etwas was erwartet uns dann in season three?
00:26:28: Also die Season Two ist erst mal, ich würde sagen für drei Jahre ungefähr ausgelegt in der wir die eben angesprochene Automatisierung weiter vorantreiben wollen.
00:26:38: Die Marktanwendung des Ganzen weiter voran treiben wollen aber auch die globale Anwendung denn für viele der Anwendungsunternehmen ist es wichtig nicht nur in Europa ihre Geschäftsprozesse durch vertrauensvolle Daten zu unterstützen, sondern das auch auf einer globalen Ebene zu realisieren.
00:27:00: Und dafür sind einige Schritte erforderlich.
00:27:02: die technische Architektur kann unverändert weiter genutzt werden aber die organisatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sind außerhalb Europas häufig anders.
00:27:16: Das ist etwas was wir mit dem Ansatz unserer Geographical Extension angehen.
00:27:23: Wir haben jetzt gestartet mit Ländern wie Japan, Korea, Kanada und Brasilien um die Rahmenbedingungen, die durch die EU gegeben sind, durch deren gesetzliche Rahmenbedingerung auszutauschen und trotzdem eine technische Interoperabilität unter jeweils Berücksichtigung der lokalen rechtlichen Bedingungen zu ermöglichen.
00:27:47: Das ist etwas was wir jetzt gestaltet haben, was uns sicherlich in den nächsten drei Jahren noch beschäftigen wird und was danach kommt in Season Three, das weiß ich noch nicht zu sagen.
00:28:01: Das war auf jeden Fall ein sehr spannender Einblick und es ist auf jeden fall ein Thema dass uns ja auch in den nächsten Jahren auf jedenfall noch begleiten wird Und damit war das jetzt auch eine weitere Folge des Podcasts, These Have Connections.
00:28:15: Heute zu Gast war Ulrich Ahle der CEO von Gaia X und wir haben über die Skalierbarkeit von Datenräumen gesprochen, von aktuellen Herausforderungen bis hin zu möglichen Lösungsansätzen.
00:28:26: Vielen Dank dass Sie heute bei uns
00:28:27: waren!
00:28:28: Sehr gerne.
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